Was wenn der Geschäftsführer handlungsunfähig ist?

Vorsorge für Unternehmen

Was wenn der Geschäftsführer handlungsunfähig ist?

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was mit Ihrem Betrieb geschieht, wenn Sie einmal ernsthaft ausfallen sollten? Also nicht einfach nur Skifahren, Beinbruch, Gips und Bein hochlagern. Wir sprechen hier von der Schumacher-Variante eines Skiunfalls: Sie stürzen, stoßen sich am Kopf und nichts ist mehr wie zuvor. In einer inhabergeführten Firma kann der Ausfall der Schlüsselperson für alle Beteiligten dramatische Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, sich mit der dem unschönen Gedanken zu beschäftigen, dass Sie als Geschäftsführer handlungsunfähig werden könnten.

Gefährliche Realitätsverweigerung

Gewisse Themen vermeidet man gerne. Wir beschäftigen uns nun einmal nicht gerne mit dem eigenen Tod oder der Möglichkeit, ernsthaft zu erkranken. Oder durch einen plötzlichen Unfall aus dem aktiven Leben gerissen zu werden. Aber es hilft nichts, wir müssen uns dieser Situation stellen. Ansonsten tun das andere für uns und das ist, wie Sie gleich sehen werden, nicht wünschenswert.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es geht hier nicht darum Ihnen Angst zu machen. Es geht auch nicht darum mit dieser Angst die Grundlage für den Verkauf einer Versicherung zu legen. Ganz im Gegenteil. Das Problem, dass ein Geschäftsführer handlungsunfähig wird, kann relativ leicht gelöst werden. Wir brauchen dazu keine Versicherung, sondern maximal einen Notar. Das kostet zwar auch, aber diese Kosten sind vernachlässigbar klein.

Das Leben kennt Höhepunkte und unerwartete Tiefschläge

Zurück zum „Fall Michael Schumacher“. Sie erinnern sich: der Mann ist bei bester Fitness und Gesundheit beim Skifahren gestürzt und dabei so unglücklich mit dem Kopf gegen einen Stein gestoßen, dass er trotz Helm schwerste Hirnverletzungen davongetragen hat. Ohne Vorwarnung, völlig überraschend wurde aus dem Erfolgsmenschen Michael Schumacher ein in allen Bereichen Hilfebedürftiger. Von einer Sekunde auf die andere handlungsunfähig.

Natürlich kann so ein Unglück jedem geschehen. Nur ist es bei Unternehmern, Unternehmerinnen und Selbständigen, welche allzu oft nicht nur im Geschäftsleben auf der Überholspur leben, vermutlich wahrscheinlicher und folgenreicher. Denn bei ihnen geht es nicht nur alleine um das eigene, privates Schicksal. Es hängt auch ihr Unternehmen und damit die wirtschaftliche Existenz von ihnen, ihrer Familie und ihren Mitarbeitern daran. Wird ein Geschäftsführer handlungsunfähig und ist das Unternehmen nicht darauf vorbereitet, wird dieses ebenfalls handlungsunfähig.

Wenn niemand mehr entscheiden kann, entscheidet das Gericht

Ein paar Tage lässt sich das Fehlen der Unternehmensleitung vielleicht aussitzen. Wenn es aber um Wochen und Monate geht oder wenn der Chef oder die Chefin gar nicht mehr ins Büro kommen, wird’s unter Umständen eng. Denn ohne Vollmachten können Zahlungen nicht mehr ausgelöst, Entscheidungen nicht mehr gefällt und notwendige Umorganisationen nicht mehr vorgenommen werden. Das Unternehmen wird so innerhalb kürzester Zeit selber ein Betreuungsfall.

Tatsächlich unterscheidet sich der Betreuungsfall nur unwesentlich von der Betreuung einer natürlichen Person. Das zuständige Gericht benennt einen Bevollmächtigten / eine Bevollmächtigte Diese/r führt dann die Geschäfte weiter. Daraus ergeben sich zwei Fragen: Bringt die bevollmächtige Person die notwendigen Fähigkeiten mit und ist sie an der langfristigen Weiterführung des Betriebes überhaupt interessiert? Beides hat einschneidende finanzielle Folgen.

Ein Geschäftsführer ist nicht automatisch auch Unternehmer

Fehlt dem Betreuer nämlich die Fähigkeit, wird es mit dem Geschäft vermutlich eher abwärtsgehen. Dabei sprechen wir nicht von fachlicher Unfähigkeit, sondern von den Soft Skills, die ein Unternehmer mitbringen muss: Kontakte knüpfen, Verhandlungen führen, Verkäufe einfädeln, Mitarbeit führen, etc. Alleine die Tatsache, dass kein Bevollmächtigter mit derselben Motivation wie die eigentlichen Inhaber auftritt, ist ein schwerer Nachteil. Wird der Geschäftsführer handlungsunfähig und gerät das Unternehmen dadurch unter eine gesetzliche Betreuung, ist der wirtschaftliche Niedergang deshalb praktisch vorgezeichnet. Verluste statt Gewinne sind die logische Folge.

In den meisten Fällen wird es darum darauf hinauslaufen, dass ein Betreuer / eine Betreuerin versuchen wird, möglichst nicht für diesen Niedergang in Haftung genommen zu werden. Am einfachsten geschieht dies, indem die Firma verkauft oder geordnet liquidiert wird. Kaum im Sinne des handlungsunfähigen Firmeninhabers.

Geschäftsführer handlungsunfähig

Zu der Aufgabe eines Unternehmerberaters gehört auch, sicherzustellen das im Falle, dass der Geschäftsführer handlungsunfähig ist, der Betrieb nicht gefährdet wird.

Wer nicht vorsorgt ist selber schuld

Selber schuld, kann man in diesem Zusammenhang nur sagen. Wer sich frühzeitig mit dem Gedanken beschäftigt, es könne auch ihn (oder sie) treffen, hat frühzeitig vorgesorgt. Dazu sind allerdings Vollmachten und im Falle von Kapitalgesellschaften unter Umständen auch Anpassungen der Satzung notwendig. Keine große Sache. Aber es ist wie so oft: Es muss getan werden. Die Erkenntnis alleine bringt nicht. Denn im Nachhinein lässt sich das Versäumnis nicht mehr heilen.

Wer nicht möchte, dass sein Unternehmen nach einem Unfall oder einer plötzlichen Erkrankung unter die Kontrolle externer Betreuer gerät, muss sich die Zeit nehmen und sich mit dem unangenehmen Thema der eigenen Handlungsunfähigkeit beschäftigen. Das wäre eine gute Gelegenheit sich generell Gedanken darüber zu machen, wie man sich ersetzbar macht. Auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht schwer vorstellbar erscheint: wer sich ersetzbar macht, gewinnt am Ende spürbar an Lebensqualität. Und steigert dabei die Kreditwürdigkeit seines Unternehmens. Den für Banken ist es ein wichtiges Qualitäts- und Entscheidungskriterium ob sich eine Firma darauf vorbereitet hat, dass der Geschäftsführer handlungsunfähig werden könnte.

Packen Sie das Thema an!

Unsere Mandanten sprechen unsere Unternehmerberater im Rahmen ihrer normalen Beratung automatisch auf dieses Thema an. Sie werden noch nicht von uns betreut? Sie interessieren sich aber für das Thema Vorsorgeregelung für Unternehmen? Kein Problem. Auch in diesem Fall sind wir gerne bereit mit Ihnen das Thema anzugehen. Wir unterstützen Sie dabei Ihre konkreten Vorstellungen zu formulieren und eine für Ihren Betrieb geeignetes Organisationsmodell für den Notfall zu entwerfen. Auf dieser Basis können Sie dann Ihren Notar anweisen, die passenden Anpassungen der Statuten und die Gestaltung der Vollmachten vorzunehmen. Selbstverständlich führen wir Sie auch durch diesen Prozess, damit am Ende auch tatsächlich alles so gestaltet wird, wie Sie sich das vorstellen.

Und ist das erst einmal erledigt, müssen Sie sich hoffentlich nie mehr mit diesem garstigen Thema beschäftigen.

Daniel S. Batt
dipl. Finanzplaner mit eidg. FA (FH)
Geschäftsführer

 

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