Steigende Zinsen führen zu Verlusten bei Rentenwerten

Raus aus den Rentenwerten

Die Inflation kehrt zurück und läutet damit definitiv das Ende der Hausse bei den Rentenwerten ein. Wie stark die Veränderungen den Markt treffen werden weiß niemand und ob sie auf Dauer sein wird schon gar nicht. So oder so müssen Privatanleger nun handeln, denn mit dem Gezeitenwechsel unterliegen besonders konservative Kapitalanlagen der Gefahr von Kursverlusten. Verluste, welche man am Ende einer Hausse nicht aussitzen kann. Was nun verloren geht, kommt niemals wieder.

Fallende Zinsen brachten hohe Renditen

Zinsen steigen bei den Rentenwerten

Trendwende bei den Rentenwerten: Zinsen steigen

Mit Rentenwerten konnte man in den letzten Jahren richtig gut Geld verdienen. Für den ungeübten Kapitalanleger – und dazu muss man die große Mehrheit der Bevölkerung zählen – mag das erstaunen. Schließlich ist es doch allgemein bekannt, dass auf Rentenwerten (Anleihen, Obligationen, etc.) kaum Zins bekommen hat.

Das stimmt wohl. Gleichzeitig haben sich die Kurswerte der Anleihen jedoch vergleichsweise auf astronomische Höhen geschwungen. Kursgewinne auf Rentenwerten nimmt der Großteil der Bevölkerung jedoch gar nicht wahr. Und nutzt sie entsprechend auch nicht zu ihrem Vorteil…

Warum führen sinkende Zinsen zu Gewinnen?

Kursgewinne auf Rentenwerte entstehen, wenn das allgemeine Zinsniveau sinkt. In diesem Moment gewinnen jene Anleihen, welche schon länger auf dem Markt sind und einen höheren Kupon (Zins) tragen, an Attraktivität. Was bedeutet das?

Nun, weshalb sollte ich eine neue Anleihe kaufen, die 2% Zinsen bringt, wenn ich eine alte haben kann, welche mir 3% verspricht? Oder umgekehrt: Weshalb sollte ich mich von einer Anleihe trennen, die 3% Zinsen zahlt, wenn ich das Geld aus einem Verkauf nur noch für 2% anlegen kann?

Sie ahnen es vielleicht. Verkauft werden alte Anleihen nur, wenn die bisherigen Anleger für den Zinsverlust entschädigt werden. Die alten Teile werden also zu einem höheren Preis angeboten, als ihr eigentlicher Nominalwert (verbriefter Schuldwert, der zum Ablauf zurückbezahlt werden muss). Der Preis wird so hoch steigen, bis die jährliche Zinszahlung eine Rendite in der Höhe vergleichbarer neuen Anleihen erreicht. Erst jetzt macht ein Verkauf für die Inhaber Sinn. Der mögliche Preisanstieg nach oben hat jedoch eine natürliche Grenze. Wenn es nämlich wegen des Kursanstiegs keinen Vorteil mehr bietet, eine alte Anleihe zu kaufen, wenden sich die Menschen mit Kapital wieder den neuen, tief verzinsten Papieren zu. So funktioniert der Markt.

Verluste garantiert

Er funktioniert allerdings auch auf die andere Seite. Weshalb sollte man eine teure alte Anleihe kaufen, wenn es neue gibt, welche eine höhere Verzinsung bieten? Eben. Auch hier reguliert das Gesetz von Angebot und Nachfrage den Preis, indem es den Kurswert der alten Anleihen so weit senkt, dass der Zins im Verhältnis zum Kaufpreis eine Rendite auf dem aktuellen Zinsniveau bringt. Und genau da stehen wir nun. Eigentlich sind wir bereits auf dem Weg nach unten.

Wenn die Inflation steigt, werden die Zinsen steigen. Wenn die Zinsen steigen, haben wir bei den Rentenwerten Kursverluste zu verzeichnen. Sollten die Zinsen massiv ins Rutschen kommen, was niemand so genau weiß, bedeutet das für viele private Anleger Kursverluste im zweistelligen Bereich. Etwas viel für konservative Gemüter.

Aber das ist nicht der einzige Grund, weshalb man sich von den Rentenwerten verabschieden sollte.

Wenn Aussitzen nicht hilft

Kursverluste sind nicht immer ein Problem. In vielen Fällen kann man gut damit leben. Etwa bei Aktien, wo man davon ausgehen kann, dass auf jedes Tief wieder ein Hoch folgen wird (gilt nicht für Einzelaktien, sondern nur für den Gesamtmarkt!).

Oder wenn man gar nicht beabsichtigt eine Anleihe zu verkaufen. Versicherungsgesellschaften und Privatanleger denken so. Diese erwerben die Anleihen gerne gleich bei der Emission (Ausgabe), kassieren den Zins und warten darauf, dass die Schuld am Ende der Laufzeit zu 100 % beglichen wird. In diesen Fällen spielen Kursschwankungen keine Rolle.

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Rentenfonds und Mischfonds sind gefährdet

Allerdings investieren heute die meisten Privatanleger nicht mehr direkt in Anleihen, sondern beteiligen sich über Fonds an Rentenwerten. Und hier zeichnen sie nicht eine Anleihe, sondern kaufen sich in einen Bestand zum Kurswert ein. Dieser Bestand kann einen Wert von unter 100 % haben (dann haben Sie eine gute Kaufgelegenheit genutzt) oder eine über 100 % (dann gehen Sie ein Risiko ein, denn irgendwann wird die Anleihe zu 100 % zurückbezahlt). Wer über 100 % eingekauft hat, wird somit zwangsläufig in den nächsten Monaten und Jahren einen Verlust einfahren. Diesen Verlust wird man in der Folge niemals mehr korrigieren können, weil Anleihen in aller Regel zu 100 % oder gar nicht zurückbezahlt werden.

Von dieser Gefahr kann man sich bei Mischfonds und Rentenfonds allerdings leicht befreien, indem man die Anteile zurückgibt. Geht ganz einfach und kostet auch nichts. Ein weiteres Zuwarten könnte Sie allerdings eine ganze Menge Geld kosten.

Daniel S. Batt
Dipl. Finanzplaner mit eidg. FA (FH)
Geschäftsführer

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