Nur Investieren bringt einen Mehrwert für Anleger und Gesellschaft

Wir sparen zu viel und investieren zu wenig…

Wahrscheinlich haben Sie bereits gehört, dass sich das Verhältnis von Beitragszahler zu Rentenbezüger in der Zukunft weiter verschlechtern wird. Bereits heute ist es so, dass auf einen Rentner, lediglich zwei beitragspflichtige Arbeitnehmer kommen. Dass dieses Missverhältnis kaum dauerhaft zu finanzieren ist – zumal damit zu rechnen ist, dass immer mehr Menschen unterdurchschnittlich verdienen werden – wird seit Jahren diskutiert. Allgemein geht man davon aus, dass das Sozialversicherungssystem heutiger Ausprägung seine Zukunft bereits hinter sich hat. Aus diesem Grund drängt zum Beispiel die OECD darauf, von einem umlagenfinanzierten Rentensystem, wie es die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) darstellt, auf ein kapitalgedecktes System (Riester-, Rürup-Rente) umzusteigen. Wie investieren Privatanleger nun richtig?

Nur die umlagefinanzierte Rente ist sicher bei Inflation

Es stellt sich nun natürlich die Frage, ob eine kapitalgedeckte Altersvorsorge der staatlichen Rente tatsächlich überlegen ist. Sozialpolitische Dinosaurier wie der ehemalige Sozialminister Norbert Blüm („Die Rente ist sicher!“) betonen immer wieder die Überlegenheit des Umlageverfahrens, wenn es darum geht sich auf veränderte wirtschaftliche Umstände anzupassen. Stichwort: Inflation.

Tatsächlich fällt es einem solchen System viel einfacher, sich nach einer Krise zu reformieren. Sollte also tatsächlich einmal eine Hyperinflation ausbrechen, könnte der Gesetzgeber einfach laufend die Rente erhöhen, während das Kapital einer Riesterrente innerhalb weniger Jahre von der Geldentwertung aufgefressen würde.

Wo bleibt die Inflation?

Nur: kommt diese Inflation tatsächlich? Und wenn ja, wird überhaupt noch genug wirtschaftliche Leistung vorhanden sein, um diese Rente dann tatsächlich zu finanzieren? Denn eines ist klar: die Regierung kann die Rente zwar erhöhen, der Finanzierung muss aber trotzdem gewährleistet sein. Und da kommt dann doch der eine oder andere Zweifel auf…

Die Frage stellt sich so aber gar nicht. Schließlich reicht die Rente bereits heute der Mehrheit der Menschen nicht aus, um sich einen auskömmlichen Lebensabend leisten zu können. Und es ist nicht anzunehmen, dass sich an diesem Umstand etwas ändern wird. Im Gegenteil: Alle Zeichen stehen auf einer weiter wachsenden Versorgungslücke.

Eigenvorsorge ist nötig

Darum ist Eigenvorsorge gefragt und die führt immer über einen Kapitalaufbau. Mit der reinen Erkenntnis ist das Problem allerdings noch nicht vom Tisch. Wer die Angelegenheit ernst nimmt und kurz über die Bücher geht, wird rasch einmal feststellen, dass es sehr viel Kapital braucht, um eine vorhandene Lücke zu stopfen. Leider machen sich allerdings die wenigsten Menschen ernsthafte Gedanken darüber, wie viel Kapital tatsächlich notwendig ist, um eine Lebensspanne von durchschnittlich 20 Jahren auszufinanzieren.

Wenn Sie eine Idee haben wollen, wieviel Kapital Sie benötigen, um eine Versorgungslücke im Alter von lediglich 500 € auszugleichen, lesen Sie diesen Beitrag. Vermutlich werden Sie danach Ihren Wunsch frühzeitig in Rente zu gehen, unter einem etwas anderen Lichte sehen…

Gehen wir einmal davon aus, dass Sie sich der Aufgabe bewusst sind, welche mit dem Wunsch verbunden ist, den gewohnten Lebensstil auch im Alter einigermaßen aufrecht zu erhalten. Sie legen zu diesem Zweck Monat für Monat einen ansehnlichen Betrag zur Seite. Ist damit das Problem vom Tisch? Leider nein.

Wo ein Wille ist nicht immer der richtige Weg!

Tatsache ist, dass viele Menschen regelmäßig Geld fürs Alter zurücklegen. Natürlich verbessern sie damit ihre Ausgangslage. Jeder Euro auf der hohen Kante hilft, finanziellen Spielraum zu gewinnen und die Lebenssituation im Alter zu verbessern. So weit so gut.

Das Problem ist aber, dass die Mehrheit der Menschen ihr Geld spart, statt es gezielt zu investieren. Gemeinhin beschränkt sich das Sparverhalten nämlich darauf, der Bank oder der Versicherung Geld zu geben, in der Hoffnung im Gegenzug regelmäßig Zins gutgeschrieben zu bekommen.

Leider bekommt man im aktuellen Zinsumfeld keinen Zins mehr. Das Geld – und wir sprechen hier von unvorstellbaren Summen – liegt also brach, während die Lebenshaltungskosten steigen. (Und lassen Sie sich nicht erzählen, die Inflation sei ja nahe Null. Ihre Lebenshaltungskosten steigen, weil wichtige Ausgabenpositionen im Lebenshaltungsindex nicht enthalten sind, bzw. Zusatzausgaben und Mehrbelastungen, welche Ihnen der Staat aufbürdet, dort nicht gemessen werden).

Kein Zins, dafür Geldentwertung, Zusatzbelastungen und Steuern. Ihr Altersvermögen wird aber einer gewissen Größe schneller sinken, als Sie durch Sparen nachlegen können.

Investieren bringt Gewinne

Wenn Sie nun denken, dass daran Mario Draghi von der EZB und seine dicke Berta Schuld tragen, so irren Sie sich und das gewaltig. Der Grund ist, dass wir zu viel sparen und zu wenig produzieren. Denn entgegen anders lautenden Gerüchten sind Zinszahlungen kein Menschenrecht, sondern das Ergebnis eines wirtschaftlichen Prozesses: Zins kann gezahlt werden, wenn vorgängig ein Wertschöpfungsprozess stattfindet, an dessen Ende ein Gewinn resultiert. Mit diesem Gewinn kann der Zins finanziert werden. Fällt kein Gewinn an, wird vielleicht eine Zeitlang Zins bezahlt, am Ende findet jedoch in der Regel keine Kapitalrückzahlung statt.

Das Problem ist, dass bedingt durch das Kapitaldeckungsverfahren, immer mehr Kapital auf den europäischen Finanzmarkt strömt. Und wenn wir den schier unendlichen Kapitalbedarf der öffentlichen Hand einmal ausklammern, ist es unter dem Strich mehr als produktiv investiert werden kann.

Erinnern Sie sich das miese Verhältnis zwischen Rentenbezüger und Arbeitnehmer? Dasselbe Verhältnis zeichnet sich zwischen Sparaufkommen und Wertschöpfung ab. Wenn immer mehr Menschen, immer weniger sparen, müssten immer mehr Produktionsmittel entstehen, um dieses Volumen aufzunehmen. Das tut es aber nicht. Zumindest nicht in Deutschland und Europa.

Sparen statt investieren? Das funktioniert nicht!

Das Problem ist also, dass die meisten Sparer Ihr Geld in einem Markt investiert haben wollen, welcher weniger stark wächst, wie das Sparvolumen. Das kann auf Dauer nicht gutgehen. Also, es geht bereits nicht mehr gut, denn der Kapitalüberschuss ist technisch gesehen ein Überangebot, vergleichbar mit den Butterbergen der Vergangenheit.

Die Konsequenz daraus sind nicht nur tiefe Zinsen. Die Konsequenz ist Kapitalverlust, denn wie bei jedem Überangebot kommt es auch bei einem Zuviel an Kapital zu einem verschwenderischen Umgang (Fehlallokation) mit dem Gut. Im Endergebnis steht darum einer Null an Ertrag ein markant erhöhtes Risiko, mit der Anlage einen Kapitalverlust zu realisieren, gegenüber. Darum meine Behauptung, dass unter den gegebenen Umständen viel zu viel gespart wird.

Intelligenter wäre, wenn man sich mit den Verhältnissen arrangierten würde. Und die lauten: Dem Risiko von Zinsanlagen, steht keine adäquate Entschädigung gegenüber. Deshalb muss das Geld – über Beteiligungspapiere wie Aktien – direkt in die Wertschöpfung investiert werden. Dort ist das Risiko zwar etwas höher, dafür erhält man eine angemessene Risikoprämie, welche geeignet ist, allfällige Verluste mehr als auszugleichen.

Investieren bedeutet, am Wachstum teilhaben

Wer die Einsicht gewinnt, dass mit einem angemessenen Anteil an Aktien, die eigene Vorsorge langfristig auf deutlich stabilere Füße gestellt wird, sollte gleich einen weiteren Schritt wagen: Wachstum und Wertschöpfung findet zunehmend in anderen Gegenden der Welt statt. Die Zukunft liegt nicht in Europa. Wer ein nachhaltiges Wachstum sucht, sollte deshalb konsequenterweise in den globalen Aktienmarkt investieren. Nur so ist gewährleistet, dass die Kapitalrente nicht nur von zwei Werktätigen erwirtschaftet wird, sondern auf vielen Schultern ruht.

Was hindert Sie daran diese Erkenntnis in die Tat umzusetzen? Wenn Sie ganz ehrlich sind: nichts, außer ihr leider in die Jahre gekommenes Weltbild. Denn für eine weltweit ausgelegte Vermögensverwaltung braucht es kein besonderes Fachwissen. Dieses Wissen kann man sich kaufen, bzw. es wird einem inklusive Abwicklung, Überwachung, Verwaltung alles abgenommen. Es braucht nicht einmal eine besondere Risikobereitschaft, denn zum einen tragen Sie bereits heute ein beträchtliches Risiko (wie Sie diesem Beitrag entnehmen können) und zum andern können sie das Risiko auch in einer kollektiven Vermögensverwaltung sehr eng begrenzen.

Etwa, indem Sie das vorhandene Kapital in eine Garantierente investieren. In einer Garantierente verbinden Sie zwei Dinge miteinander:

  1. Eine garantierte Rente, welche niemals fallen kann
  2. Eine flexible Vermögensverwaltung, welche Ihr Kapital dynamisch bewirtschaftet und dafür sorgt, dass Ihre Rente steigt und steigt und steigt. Und gleichzeitig immer auch eine finanzielle Rücklage für ungeplante Investitionen darstellt. Auch während des Rentenbezugs.

Garantierenten als Möglichkeit als Privatanleger zu investieren

Neben einer Garantierente kann man aber auch in einen Kapitalanlage mit Kapitalschutz investieren. Solche Kapitalschutzprodukte sind ebenfalls eine Form der kollektiven Vermögensverwaltung, allerdings solche, welche in erster Linie darauf getrimmt sind, einen allfälligen Verlust zu begrenzen. Für Kapitalanlagen gegen Einmalbeitrag sind solche Produkte in der Regel nur zweite, bis dritte Wahl. Sie sind zu teuer und bringen im Schnitt zu wenig Ertrag. Dafür riskieren die Anleger, im Falle eines Rückschlages für die gesamte Laufzeit eine Nullprozent-Rendite einzufahren.

Allenfalls im Falle von Sparverträgen – wo ein solcher Cash Lock wieder gelöst werden kann – können deshalb solche Garantieprodukte in Erwägung gezogen werden.

Keine Alternative sind übrigens Garantieprodukte auf der Basis von Zertifikaten, wie sie in solche schwierigen Marktphasen von den Banken gerne an unbedarfte oder scheinbar bedarfte Anleger verkauft werden. Diese Zertifikate versprechen ansehnliche Renditen, welche jedoch gegen oben meist stark beschränkt sind. Unbeschränkt sind lediglich die Verluste, welche bei Inhaberschuldverschreibungen niemals auszuschließen sind, wie uns der tiefe Fall der Lehmann Brothers deutlich vor Augen geführt haben sollte. Nun, es gibt immer noch genügend Menschen, welche in ihrer (Anlage-) Not keine Angst davor haben, in den Giftschrank zu greifen. Sie sollten sich allerdings nicht dazu zählen.

Was, wenn man nicht in Firmenbeteiligungen investieren mag?

Was, wenn man Firmenbeteiligungen gänzlich ablehnt? Nun, da gibt es Möglichkeit. Allerdings nicht die aktuell zu Markte getragenen High Yields – Firmenanleihen mit einem hohen Kupon, aber einem schlechten, bis ganz schlechten Rating. Wer seine Altersvorsorge auf solchen Papieren aufbaut, sollte mit der Kauforder gleich auch den Antrag auf Grundsicherung ausfüllen. Denn sobald die Zinsen wieder steigen, wird auf diesem Markt sprichwörtlich das Blut fließen. Knöcheltief!

Geschickter wäre es, wenn man sein Geld in Spezialfonds investiert, welche Nischen bedienen. Hier lassen sich regelmäßige Erträge mit einem sehr moderaten Risiko von 4-6% erzielen. Einziges Problem: Nischen sind klein. Sie sind nicht geeignet den gesamten Überschuss an Sparguthaben zu absorbieren. Man muss sich deshalb sputen, will man sich einen Anteil an einem passenden Geschäftsmodell sichern. Etwa im Bereich gutbesicherter Landwirtschaftsmaschinen. Diese Anlagemöglichkeit finden sie àhier.

Zusammenfassung:

Je schlechter das Verhältnis zwischen jenen ist, welche eine Rente erwarten und denen, welche den dazu notwendigen Ertrag liefern sollen, desto instabiler wird das Vorsorgesystem. Das gilt nicht nur für die gesetzliche Rente (GRV), sondern auch für klassische Vorsorgeprodukte (Lebensversicherungen, Rentenversicherungen, Spar- und Anlagekonten). Denn auch bei Kapitalanlagen gilt: Der zu verteilende Ertrag muss zuerst erwirtschaftet werden.

Weil dieses Verhältnis in Mitteleuropa schlecht ist und auch in Zukunft eher schlechter wird, führt der Überschuss an Sparvermögen dazu, dass das vorhandene Kapital nicht mehr angelegt werden kann, bzw. nicht mehr zu einem vernünftigen Zins und eine vernünftigen Risiko.

Deshalb ist es heute deutlich sicherer, wenn ein guter Teil des Vorsorgekapitals in Beteiligungen investiert wird. Weltweit gestreut, denn wie gesagt, in Mitteleuropa gibt es nicht mehr genügend Ertragsmöglichkeiten im Verhältnis zum verfügbaren Kapital.

Diese Tatsache bringt es mit sich, dass bei deutschen Anlegern besser früher wie später ein Umdenken stattfinden sollte. Das Risiko von heute ist nicht mehr das Risiko von gestern und Erträge werden nicht mehr ausschließlich in Deutschland erwirtschaftet. Auf jeden Fall nicht mehr genügend!

Daniel S.Batt
dipl. Finanzplaner FA (FH)
Geschäftsführer

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