Niedrigzinsen zwingen Bundesregierung in die Knie

Jetzt geht sogar die Bundesregierung vor den Niedrigzinsen in die Knie!

Wenn es um Vorsorge geht dreht sich alles um Zinsen. Sichere Zinsen. Denn nur, wenn Rahmenbedingungen wie im Labor herrschen, können starre Vorsorgemodelle funktionieren. Und starr sind grundsätzlich alle Formen von Vorsorge, welche der Staat reguliert:

  • Garantierte Renten
  • Garantierte Endsummen
  • Garantierte Wertverläufe
  • Garantierte Zinsen

Die Deutschen haben sich daran gewöhnt, dass in der Vorsorge alles kuschelig garantiert und starr ist. Alleine das Leben findet nicht im Labor statt. Das muss nun sogar die Bundesregierung am eigenen Leib erfahren, weil die Niedrigzins ihr Rechnungsmodell für die kapitalgedeckte Ausfinanzierung der Pensionen ad absurdum führen. Zum Glück kennt die Regierung eine einfache Lösung für ihr Problem: Sie ändert die Spielregeln.

Zehntausende Unternehmer und Unternehmerinnen sitzen in der Falle, weil ihre Pensionszusagen durch die Niedrigzinsen in Schieflage gekommen sind. Ihr Problem: Sie haben ein verbindliches Versprechen für die Zukunft gemacht, welches sie nun wegen den tiefen Zinsen nicht mehr erreichen können. Außer sie schießen Unmengen von Kapital ein. Nun sie das nicht, weil sie es zum Beispiel einfach nicht können, hat das nicht nur für die Vorsorge der Betroffenen harte Konsequenzen. Auch der Fiskus sorgt mich Nachforderungen dafür, dass die Geschichte kaum ein gutes Ende nehmen wird. Pech, dass Unternehmer ihre Spielregeln nicht einfach ohne Konsequenzen ändern dürfen…

Zurück zum Bund und seinen eigenen Pensionsverpflichtungen

Da die Bundesregierung zu Beginn des Jahrtausends erkannt hat, dass zukünftige Generationen über Gebühr mit den Pensionsverpflichtungen früherer Generationen belastet sein werden, hat man sich dazu entschieden neue Ansprüche ab 2007 mit einem Kapitalstock abzudecken. Damit hätte die Spitze der Pensionslast, welche das Land so ca. in 15 Jahren treffen wird, abgemildert werden können.

Wie jedes Rechnungsmodell im Kapitaldeckungsverfahren, basiert auch der sogenannte Vorsorgefonds der Bundesregierung auf Einlagen und Zinsen. Wobei eben diese kalkulierten Zinsen wegen des Niedrigzinses saudummerweise ausbleiben.

Die gleichen Erfahrungen machen zurzeit auch andere Vorsorgewerke.  Und die privaten Lebensversicherungen. Und die private Krankenversicherung. Aber im Gegensatz zur Bundesregierung, können diese Institutionen nicht einfach on the fly die Regeln neu definieren, wenn sie ihnen nicht mehr in den Kram passen.

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Die Bundesregierung nimmt Abschied von der vollgedeckten Pension

Was nicht passt, wird passend gemacht. Wenn die Niedrigzinsen dafür sorgen, dass die Pensionsverpflichtungen von Beamten (ab 2007) nicht mehr voll gedeckt werden können, dann schreibt die Bundesregierung ihre Gesetze halt um. Ab sofort müssen diese Verpflichtungen eben nicht mehr voll gedeckt sein. Was soll‘s.

Damit die Regierung wegen der Niedrigzinsen später nicht noch einmal in die Bredouille kommt, verzichtet sie gleich ganz darauf, den angedachten Deckungsgrad des Vorsorgefonds zu definieren. Das macht die Sache viel flexibler.

Und junge Menschen gehen ja eh nicht wählen. Weshalb sollte man also allzu viel Rücksicht auf jene nehmen, welche dereinst für die Fehler der Vergangenheit bezahlen müssen.

Natürlich beschränkt sich die Bundesregierung mit Ihren Maßnahmen gegen die Folgend der Niedrigzinsen nicht alleine darauf die nachfolgenden Generationen über Gebühr zu belasten. Eine solche Denkweise wäre gegenüber der Kanzlerin und ihrer schwäbischen Hausfrau im Finanzministerium nicht fair. Selbstverständlich haben die Verantwortlichen noch einen anderen Pfeil im Köcher!

Aktien lösen alle Probleme

Die Bundesbank, als Verwalterin des Vermögens dieses Vorsorgefonds, darf zukünftig nicht nur 10 %, sondern 20 % des Kapitals in Aktien anlegen! Super Idee!!

Natürlich spricht nichts gegen einen höheren Aktienanteil. Auch nicht, wenn das etwas im Widerspruch zu garantiert, garantiert, garantiert steht. Aktien sind eine gute Sache, weil eine direkte Beteiligung an der Wertschöpfung immer ertragreicher sein wird, wie eine indirekte über Anleihen.

Deutschland in der langen Tradition des prozyklischen Handelns

Allerdings haben die Verantwortlichen den Zeitpunkt für einen vertieften Einstieg in den Aktienmarkt um knapp zehn Jahre verpasst. Es werden Wetten angenommen, dass sich die Ereignisse der späten 90er wiederholen werden, als die Versicherungsgesellschaften ebenfalls prozyklisch in den Markt eingestiegen sind, um sich danach eine blutige Nase zu holen.

Viele Gesellschaften sind danach aus den Aktien ausgestiegen und haben deshalb deren Boom voll und ganz verpasst. Ein Déjà-vu: prozyklische Investitionen in den Aktienmarkt haben bei Deutschen Anlegern seit 60 Jahren Tradition. Weshalb sollte man daran etwas ändern?

Die Folgen des prozyklischen Investierens verwachsen sich mit der Zeit. Vorausgesetzt, die Anlagepolitik wird nach dem nächsten Einbruch der Aktienmärkte nicht gleich wieder über den Haufen geworfen. Aber genau das wird passieren. Denn sobald die Kurse fallen – und das wird mit Sicherheit geschehen – werden die Besserwisser hinter dem Busch hervorkriechen und mit dem Finger auf jene zeigen, welche angesichts der Niedrigzinsen zumindest den Mut gezeigt haben, einen Entscheid zu fällen.

Das Thema Anlagereglement haben wir da noch gar nicht angesprochen. Vermutlich würden die Regularien eine vernünftige und rentable Anlagestrategie gänzlich verhindern…

Es gäbe gute Alternativen zu Kapitalanlagen mit Niedrigzins

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Für einen milliardenschweren Fonds ist das nicht ganz so leicht. Aber keinesfalls unmöglich, denn der Bund hat ja nicht nur das Thema Pensionsverpflichtung auf der Agenda. Eines davon könnte man zum Beispiel praktisch risikolos nutzen, um die Rendite des Vorsorgefonds trotz oder gerade wegen des Niedrigzins in die gewünschte Richtung zu bewegen: der akute Mangel an bezahlbarem Wohnraum in den Städten.

 

Vernetztes Denken führt zu besseren Lösungen

Einmal angenommen, der Bund nimmt seinen Vorsorgefonds und stockt ihn mit weiteren 10 Milliarden Euro auf, die er sich vom Kapitalmarkt leiht (und dafür sogar noch Geld erhält!). Von diesem Geld baut er – sagen wir einmal – 50.000 neue Wohnungen in den Ballungsräumen.

Selbst wenn diese Wohnungen preisgünstig vermietet würden, wäre die Rendite unter dem Strich wohl deutlich über 4% netto.

Ganz abgesehen davon, dass diese Investitionen – wie sagt man so schön – nachhaltig wären. Mit dieser Wohnraumoffensive würde die Bundesregierung gleich mehrerer Fliegen auf einen Schlag erledigen:

  • Pensionen ausfinanziert
  • Inflationsschutz
  • Wohnungsnot bekämpft
  • Aufwand für Sozialhilfe gemildert
  • Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert
  • Steuerbelastung nachfolgender Generationen gemindert

Zugegeben: Vermutlich müsste man für eine solche einfache, aber plausible Lösung die Gesetze anpassen. Aber das dürfte das kleinste Problem einer Bundesregierung sein, deren Prinzipientreue tiefer anzusiedeln ist, wie das aktuelle Zinsniveau.

So oder so böten die Niedrigzinsen eine ausgezeichnete Grundlage für eine deutsche Bundesregierung, Schulden mit sinnstiftenden Investitionen zu verbinden. Solche Schulden stellen in der Gesamtbilanz kein Problem dar, da diesen Werte und Einnahmen gegenüberstehen. Ganz im Gegensatz zu jenen Schulden, welche sich aus nicht ausfinanzierten Altersansprüchen von Rentnern und Pensionären ergeben.

Daniel S. Batt

Eidg. Dipl. Finanzplaner FA (FH)
Geschäftsführer

 

Übrigens: Lesen Sie in der FAZ folgenden Artikel zum Thema Bundesregierung kapituliert vor Niedrigzinsen

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