Die wahre Macht liegt nicht im Wahlrecht

Geld regiert die Welt. Und so regieren sie mit

Noch bevor Donald Trump sein Amt angetreten hat, dürfte das Ergebnis seiner Regentschaft bereits bekannt sein: Er liefert seinen Wählern pure Enttäuschung. Darin unterscheidet er sich zwar nicht von seinem Vorgänger, doch besaß Barack Obama zumindest den Anstand, mit dem Scheitern seiner Ideen zu warten, bis er in Amt und Würden war. Außerdem begründete sich sein Scheitern auf dem Fehlen von Mehrheiten im Kongress. Trump hingegen wird enttäuschen, weil er gar nie die Absicht hatte, seine vollmundigen Versprechen umzusetzen. Damit zeigt sich wieder einmal, wie naiv es ist, mit einer Wahl irgendetwas Konkretes zu verbinden. Wahre Politik wird über die Brieftasche gemacht, denn Demokratie, wie sie uns vorgegaukelt wird, ist lediglich Folklore.

Wahlen gehören zur Folklore einer Demokratie

Natürlich ist die Erkenntnis, dass man über den Weg der Wahlurne wenig, bis nichts Konkretes erreichen kann, weder neu, noch besonders originell. Nichts destotrotz ist sie gerade heute hilfreich. Erst recht in Deutschland, wo das Entsetzen über die zukünftige Besetzung des mächtigsten Postens der westlichen Welt, besonders ausgeprägt vorhanden ist.

Phänomene wie Donald Trump sind zeitlich begrenzte Erscheinungen. Natürlich haben diese einen Einfluss auf die politische Großwetterlage, aber der ist kleiner als der allgemeine Zeitgeist. Einen nachhaltigen Einfluss auf den Gang der Dinge haben demokratische Wahlen selten. Selbst die traumatischen Erfahrungen der Deutschen basieren nicht auf Hitlers Wahlerfolg von 1933, sondern auf dem Zeitgeist davor und danach, als die Gesellschaft es zuließ, dass man dem politischen Gegner, Andersartigen und Andersdenkenden keinen Respekt mehr zollte.

Zeitgeist macht eine politische Schande erst möglich

Es waren nicht die Wahlen, welche Hitler die Kontrolle verschafften, sondern das Reichsermächtigungsgesetz vom 23. März 1933, welches von der Zentrumspartei mitgetragen wurde. Und „wir sind das Volk“ schaute zu und die anderen schauten weg.

Ja, der Zeitgeist. Auf die Gefahr hin, hier abzuschweifen, ist es mir doch wichtig darauf aufmerksam zu machen, dass aktuell wieder die Zentrumspartei – bzw. deren Nachfolgeorganisation- drauf und dran ist als Steigbügelhalter für eine moppuslistische Bewegung zu agieren. München, Nürnberg, die Richtung stimmt.

Wir haben Macht – wir nutzen sie nur nicht

Doch zurück zur realen Politik. Wir leben in einer Welt, in welcher es kaum mehr um Ideen und Moral, dafür umso mehr um Geld geht. Wer sich durchsetzen will, muss finanzielle Argumente liefern. So sieht sogar Donald Trump, dass die Welt wegen des Klimawandels buchstäblich untergeht (zumindest die kleinen Inselstaaten …), doch die Industrie will er deswegen finanziell nicht belasten. Darüber müssen wir uns gar nicht so mokieren, denn wenn wir unserem Bundesverkehrsminister zuhören, bekommt man einfach nur Brechreiz.

Geld regiert die Welt. Auch dort wo (wer hat uns verraten:) Sozialdemokraten an der Macht sind. So mutiert ausgerechnet der dicke Sigi, der Chef der einstigen Friedenspartei SPD zum stärksten Rüstungslobbisten der Nation. Logisch: Waffen schaffen auf der einen Seite Arbeitsplätze und auf der anderen gilt es, nach dem Krieg Arbeitsplätze wieder neu zu besetzen …

Die Politik folgt also dem Kapital und da ist es einfach nur schlau und konsequent, wenn man als engagierter Bürger / engagierte Bürgerin entsprechend handelt. Ihnen stehen dabei im Grund genau zwei Möglichkeiten offen. Beide sind schon für sich betrachtet bedeutend wirkungsvoller wie jeder noch so kunstvoll ausgefüllte Wahlzettel: Konsum und Kapital.

Die Macht der Konsumenten

Wer gegen die Globalisierung ist, sollte seine freie Zeit am Montag seiner Familie widmen und die restliche Zeit das Geld verantwortungsvoll im Geiste seiner / ihrer politischen Überzeugung ausgeben. Vermutlich wird dann das Leben von Globalisierungsgegnern und Ausländerhassern etwas teurer. Aber Freiheit hat nun einmal ihren Preis. Hier zeigt sich der Vorteil des Kapitalismus in Reinkultur: Der Preis ist ausgeschrieben.

Den Bankern die Grenzen zeigen

Sie ärgern sich über die Abzocker der Banken? Schäumen vor Wut, wieviel Geld den Herren der Welt nach der Bankenkrise von 2008 in den Rachen gestopft wurde? Sie beobachten mit Sorge, dass die Geldsäcke nichts aus der – für die Steuerzahler – traumatischen Erfahrung gelernt haben und bereit sind eine Wiederholung zu riskieren? Dann schreiben Sie einen kurzen, aber deutlich formulierten Brief und ziehen ihr Geld von der Deutschen Bank und der Commerzbank und anderen Großbanken ab. Natürlich ist das mit einem gewissen Aufwand verbunden. Aber die Welt zu verändern geht nun einmal nicht ohne Eigenleistung …

Klimawandel in der Automobilindustrie

Klimawandel? Natürlich ist VW nicht die einzige Firma auf dieser Welt, welche ihre Regeln selber bestimmt und sich über geltende Gesetze hinwegsetzt. Auch in der Autoindustrie finden sich wohl viele Beispiele von Mitbetrügern. Aber als Konsument muss man sich jene greifen, welche sichtbar sind und deren Respektlosigkeit gegenüber den eigenen Kunden besonders dreist ist. Wer also für Umweltschutz und die Einhaltung von Recht und Ordnung einsteht, dem oder der fehlen auf Jahre hinaus die Argumente, weiterhin Produkte des Hauses VW zu erwerben. Schon gar nicht als Deutsche, denn VW zeigt seinen einheimischen Kunden ja in aller Deutlichkeit, dass man diese als zweitrangig betrachtet.

Die Beispiele sind willkürlich ausgewählt. Als Konsument haben Sie Hunderte, wenn nicht Tausende Möglichkeiten Einfluss auf die Entwicklung der Dinge zu nehmen. Alleine Sie müssten es tun.

Geld regiert die Welt. Regieren Sie mit. Sie haben die Macht dazu!

Viele Bundesbürger sind jedoch nicht nur Konsumenten, sondern auch Kapitalanleger/innen. Als Kapitalanleger verfügen Sie über eine ungeheure Macht (die Kraft der Masse wohlverstanden). Die meisten Menschen sind sich dessen nicht bewusst, weil Sie ihren Sparbatzen als zu gering, ihre Investments als zu unbedeutend betrachten. Diese Sichtweise ist falsch, denn jeder noch so mächtige Strom basiert auf einzelnen Tropfen.

Kapital ist eine universelle Sprache und vermutlich die Einzige, welche die wahren Herrscher dieser Welt verstehen. Sie dürfen darauf vertrauen, dass Umschichtungen von Kapital einen großen Einfluss auf die Entscheidungen von Industrie und Politik haben.

Manager leiden unter Verlustangst: die Angst Ihre Bonis zu verlieren

Dazu ein kleines Beispiel: Viele sogenannten Topmanager – ein Titel, welcher sich die Herren und ein paar Damen selber vergeben – hängen am Tropf eines Bonussystems, bei denen die Entwicklung des Aktienwertes ihrer Firma eine gewisse Bedeutung hat. Das hat gute Gründe: Die Aussicht auf Wertsteigerungen von Beteiligungspapieren ist der einzige Grund, weshalb Aktionäre bereits sind zuzusehen, wie das obere Kader tief in die Kasse greift (um nicht zu schreiben, dass sich Vorstände am Eigentum der Aktionäre schamlos bereichern).

Wird nur ein Teil jener 2000.000.000.000.€, sagen wir einmal 10 %, welche sinnlos auf den Konten Deutscher Banken lagern auf nachhaltige Anlagen verlagert, so hat dies ein kleines Erdbeben zur Folge. Ein nachhaltigeres Beben wie jede Bundestagswahl je haben könnte.

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Ganz nebenbei würden sich die Anleger langfristig wohl auch einen Gefallen machen. Denn die Papiere im Wertschriftenportfolio sind kein Bestandteil der Bilanz der Depotbank und darum vermutlich bei der nächsten Bankenkrise besser geschützt, als durch ein vages Versprechen der Bundesregierung.

Einfach nur weg: wie sie mit Eon Umwelt und Steuerpolitik betreiben können

Zum Abschluss noch ein kleines Beispiel, wie man mit seinem Geld sehr effektiv Politik betreiben kann:

Wechseln Sie Ihre Energieanbieter, wenn Sie bei Eon oder Vattenfall oder RWE unter Vertrag stehen. Setzen Sie ein Zeichen gegen den größten Auswuchs an kapitalistischer Unverfrorenheit in diesem Land. Diese Unternehmen haben mit Staatshilfe ihre Kernkraftwerke hochgezogen, haben jahrelang echt Knete damit gemacht und versuchen sich jetzt nicht nur aus der Verantwortung zu stehlen. Ihre perverse Logik: Die Entsorgungskosten seien nicht zu stemmen und deshalb von der Allgemeinheit zu bezahlen! Mehr noch: Aus dem Ausstieg aus einer Technologie, für welche Sie inzwischen Jahr für Jahr Verluste schreiben, versuchen Sie vor Gericht eine Entschädigung einzufordern. Auf das Wir – „das Volk“ – zum vierten Male vom Management, welches sich all die Jahre schamlos bedient hat, zur Kasse gebeten werden. Mehr Unverschämtheit geht eigentlich gar nicht mehr.

Manager verhalten sich wie Raubtiere – Zeit Ihnen die Gesetze des Dschungels nahe zu bringen

Diesen Raubtierkapitalismus kann man eigentlich nur stoppen, indem man die Unternehmen in die Pleite treibt (was sie eigentlich schon sind). Das wiederum geht nur, wenn die Kunden (die gleichzeitig Steuerzahler sind) den Unternehmen konsequent den Rücken kehren. Und wenn wir als Anleger keinen müden Euro mehr in Aktien und Anleihen dieser Unternehmen investieren.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/energiepolitik/atomausstieg-eon-will-weiter-schadenersatz-wegen-atommoratorium-14543337.html

Wer die Welt verändern will, muss also im wahrsten Sinne des Wortes handeln. Und zwar mit Wertpapieren. Wenn Sie das nicht selber können und trotzdem an einem moralisch einwandfreien Depot interessiert sind, können Sie sich ein solches Depot von Ihrem Vermögensverwalter zusammenstellen lassen. Oder sich an uns wenden, was allerdings weniger mit Handeln, sondern mit Halten (passive Vermögensverwaltung) zu tun hat. Ihren Einfluss und Macht als Anleger/in oder Konsument/in beschneidet das in keiner Weise.

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Daniel S. Batt
dipl. Finanzplaner mit eidg. FA (FH)
Geschäftsführer

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