Lebensqualität schaffen

Wer Lebensqualität schaffen will braucht keine Zinsen

Die meisten Menschen denken, ein Finanzplaner würde sich in erster Linie mit Finanzanlagen beschäftigen, doch in Wirklichkeit geht es bei der Finanzplanung um ein viel wichtigeres Thema: Lebensqualität schaffen. Denn was nützt Ihnen all Ihr Geld, wenn dabei Ihr Glück auf der Strecke bleibt? Was hilft Ihnen ein fettes Bankkonto, wenn Ihr Leben an Ihnen vorbei rauscht? Darüber sollten Sie mit Ihrem Finanzplaner sprechen und nicht über maue Zinsen auf Ihrem Ersparten.

Millionäre so weit das Auge reicht

Heute konnte man in den Medien von einer neuen Studie sprechen, welche über eine Million Millionäre in Deutschland entdeckt haben will. Bevor Sie nun depressiv oder aggressiv werden, weil Sie sich nicht zu diesem erlauchten Kreis zählen, sollten Sie sich erst einmal überleben, was uns diese Zahl sagen will: Mehr als 1.198.000 Menschen verfügen über ein Vermögen von mehr als 1.000.000 Euro. Mehr nicht.

Tatsächlich ist das einfach nur eine Zahl, welche seine Magie schon vor Jahrzehnten verloren hat. Sie sagt nichts darüber aus, ob diese Menschen glücklich, gesund, zufrieden oder wohlhabend im klassischen Sinne sind. Tatsächlich sind eine Million Euro längst keine fantastische Summe mehr. Soviel Geld muss ein älteres Unternehmerehepaar schon alleine deshalb auf der Seite haben um die zukünftigen Beitragszahlungen zur privaten Krankenversicherung sicher finanzieren zu können. Ist dieses Paar dann glücklicher?

Sinnloser Fokus auf den Vermögensfaktor

Sie tun sich keinen Gefallen, wenn Sie Wohlstand alleine auf der Basis von Vermögenssummen definieren. Geld alleine kann keine Lebensqualität schaffen – es macht es einfach ein wenig leichter, diesen Zustand zu erhalten.

Tatsächlich habe ich allerdings bei vielen Menschen, denen ich im Verlaufe meines Berufslebens begegnet bin, das Gefühl, dass sie die Chance welche ihnen ihr Vermögen bietet nicht einmal im Ansatz nutzen. Die meisten Vermögenden haben das Problem, dass Sie sich über Ihren mehr oder weniger großen Reichtum definieren. Statt ihren Status genießen zu können, versuchen Sie mit Ihrer „Konkurrenz“ Schritt zu halten. Ich will es kurz machen: diese Menschen sind Sklaven ihres Geldes. Je mehr sie haben, desto mehr müssen sie unternehmen, um den Stand zu halten und mit ihresgleichen Schritt zu halten.

Die Basis für eine Finanzplanung hat nichts mit Geld zu tun. Ehrlich!

Diesen Kreislauf zu durchbrechen kann ein Ziel einer Finanzplanung sein. Diese beginnt – zumindest bei uns – nämlich immer mit einer Bestandsaufnahme. Eine Art Soll/Ist Analyse, bei welcher man die persönlichen Ziele mit der tatsächlichen Lebensführung vergleicht. Eine interessante Geschichte, welche – Sie ahnen es sicher – rein gar nicht mit dem vorhandenen Vermögen zu tun hat.

Wer für sich Lebensqualität schaffen will, muss diese Soll/Ist Analyse mit dem höchst Möglichen Maß an Ehrlichkeit absolvieren. Nur dann ist ein Finanzplaner in der Lage, die vorhandenen wirtschaftlichen Möglichkeiten im Sinne des Auftraggebers/der Auftraggeberin zu nutzen.

Lebensqualität schaffen – nicht kaufen

Die eigentliche Finanzplanung versucht nun die finanziellen Möglichkeiten in Einklang mit den persönlichen Zielen zu bringen. Dabei wir in einem ersten Schritt geprüft, ob die formulierten Vorstellungen überhaupt zu erreichen sind oder ob diese korrigiert werden müssen.

Wenn sie erreicht werden können, versucht die Finanzplanung das Geld so zu organisieren, dass die Ziele möglichst sicher erfüllt werden können. Dazu reduziert man erst die Reibungsverluste (unnötige Ausgaben, Steuern, Gebühren, Verlustrisiken, etc.), um danach das vorhandene Vermögen so anzulegen, dass in jeder Lebenslage genügend Liquidität vorhanden ist und trotzdem eine auskömmliche Rendite erzielt werden kann.

Verlustminderung entscheidender wie Gewinnmaximierung

Alle jammern über die tiefen Zinsen. Ich bin mir absolut sicher, dass man mit einer professionellen Finanzplanung diesen Nachteil mehr als wettmachen kann. Nicht alleine wegen den etwas höheren Vermögenserträgen, sondern wegen den Einsparungen, die damit verbunden sind. Viele Anleger verlieren nämlich ziemlich viel Geld, weil sie es falsch anlegen (und dann im falschen Moment darauf zugreifen müssen, was oft mit Verlusten verbunden ist), weil sie Schnäppchenjäger sind (und darum des Öfteren über den Tisch gezogen werden) und weil sie ihr Anlagepotential nicht richtig nutzen (falsche Fristigkeiten).

Diese Verluste müssen wettgemacht werden. Meistens geht das nur durch Arbeit und Arbeit hindert uns in der Regel daran das Leben zu genießen. Darum sollten wir unser Geld so organisieren, damit wir unsere Ziele mit einem Minimum an Aufwand erreichen können.

Finanzplanung keine Frage von Reichtum

Finanzplanung kann also Lebensqualität schaffen. Nicht nur für die 1.198.000 Millionen Millionäre, sondern auch für die restlichen 98% der Bevölkerung. Gerade hier, kann man durch das Vermeiden von Reibungsverlusten und die Fokussierung auf das Wesentliche die fehlenden Zinsen mehr als genug ausgleichen, sodass die eigenen Ziele weiterhin in Reichweite bleiben.

Aber eben: jammern über die Zinsen hilft nicht weiter. Man müsste schon etwas machen…

Daniel S. Batt

Dipl. Finanzplaner mit eidg. FA (FH)

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