Mischfonds – Wenn eine Geldanlage weder Fisch noch Vogel ist

Wie Banken mit Mischfonds zulasten der Anleger Kasse machen

Dem Thema gemischte Fonds (Mischfonds) stehe ich seit Beginn meiner Tätigkeit als Finanzplaner in den 90er Jahren äußerst kritisch gegenüber. Meine Abneigung gegen Produkte, welche weder Fisch noch Vogel sind, begründete ich früher mit finanzplanerischen Argumenten (dazu später mehr). Inzwischen brauche ich solche abstrakten Begründungen längst nicht mehr, den Mischfonds haben in den letzten 25 Jahren eindrücklich bewiesen, dass sie nichts taugen. Mischfonds wären längst vom Markt verschwunden, wenn Banken damit nicht ein glänzendes Geschäft zulasten ihrer Kunden machen würden!

Wie kommt man an das Geld von Sparern? Mit guten Geschichten!

Die meisten Menschen, die ich in meiner beruflichen Laufbahn bisher getroffen habe, waren eher ängstliche, konservative Anleger. Diese haben bei jedem einzelnen Anlageentscheid Angst, sie könnten mit Ihrem Entscheid einen Fehler begehen. Das dürfte wohl auch der Grund sein, weshalb immer noch rund 2000.000.000.000 Euros auf deutschen Spar- & Termingeldkonten liegen, obwohl dort keinerlei Wertzuwächse zu erwarten sind. Mehr noch: Die Menschen legen ihr Geld nicht an, obwohl damit ein laufender realer Wertverlust verbunden ist.

Jene, welche trotzdem investieren, müssen in ihrer großen Mehrheit mit dem Argument der Sicherheit gewonnen werden. Deshalb sind Anlageprodukte wie gemischte Fonds (Mischfonds) so beliebt. Über 200 Milliarden sind in solchen Produkten investiert – was rund 24 % des Fondsmarktes ausmacht.

Auf dem Papier bringen Mischfonds mehr Rendite bei weniger Risiko

Verkauft wurden und werden diese Anlagen wie folgt:

Aktien und Rentenpapiere verhalten sich gegensätzlich. Wenn die Aktienbörse in die Höhe schnellt, sinken die Anleihen. Umgekehrt profitieren Rentenwerte, wenn Aktien in Ungnade fallen. Das Gute daran: die modern Portfolio Theorie nach Markovic hat bewiesen, dass durch eine geschickte Kombination dieser Anlageklassen nicht nur das Risiko gemindert werden kann, sondern gleichzeitig auch die Rendite steigt!

Wer bei einer solchen Argumentation nicht schwach wird, hat entweder kein Herz oder keinen Verstand. Mischfonds sind – würde man den Banken Glauben schenken – eigentliche Geldmaschinen.

Sind sie bei näherer Betrachtungsweise auch tatsächlich. Allerdings für die Banken. Denn mit Mischfonds lässt sich nicht nur trefflich Kunden gewinnen (was soviel heißt, als das die Banken Provisionen einstreichen können). Die Verwaltungsgebühren liegen bei Mischfonds rund ein Drittel höher, als bei einer vergleichbaren Kombination von Aktienfonds und Rentenfonds.

Damit Sie eine ungefähre Vorstellung erhalten: Bei einem Anlagevolumen von 200 Milliarden sprechen wir hier von einem willkommenen Zustupf von 750 Millionen. Pro Jahr. Zulasten des Privatvermögens konservativer und ausgewogener Anleger!

Böse Zungen würden das als Betrug bezeichnen. Banken als Gebührenstruktur.

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Für die einen eine Cashcow – für die anderen ein Desaster

Würden Mischfonds diese Mehrkosten auch nur ansatzweise mit einem passenden Ertrag oder einer zusätzlichen Sicherheit rechtfertigen, würde ich diesen Beitrag hier nicht schreiben. Zumindest hätte er einen ganz anderen Inhalt. Aber eben, die Realität ist grausam: Weder konnten die Verluste begrenzt werden, noch bringen Mischfonds eine akzeptable Rendite. In Tat und Wahrheit verlieren Mischfonds im Vergleich zu einem Portfolio mit getrennten Aktien- und Rentenfonds jährlich zwischen 5 % und 10 % an Rendite! Das muss man erst einmal schaffen. Würde man sogar die tatsächliche Marktentwicklung als Vergleich hinzuziehen, wäre ein Schreikrampf kaum mehr zu verhindern.

Zwischenfazit:

Sollten Sie mit Ihrem Vermögen eine Teilmenge jener 200 Milliarden bilden, die in Mischfonds angelegt sind, sollten Sie nach der Lektüre dieses Beitrages die Konsequenzen ziehen, den oder die Mischfonds verkaufen und sich nach echten Alternativen umsehen. Das gilt übrigens auch für die Bank, welche Ihnen diese Fonds aufgedrängt hat.

Sie sehen, es gibt große Zweifel, ob sich ein Investment in einen Mischfonds tatsächlich lohnt. Nein, genau genommen gibt es natürlich keine, den selbst mit einem hervorragend gemanagtem Mischfonds schwimmen Sie kostenmäßig immer gegen den Strom oder fahren gegen den Wind oder gehen bergauf. Egal wie Sie es benennen wollen: Jährliche Kosten von 2,5 % für einen reinen Fonds oder 4,5 % im Rahmen einer Fondspolice müssen erst erwirtschaftet werden. Das ist selbst bei Direktanlangen kein Selbstläufer.

Im zweiten Teil meiner Betrachtung von Mischfonds werde ich Ihnen zeigen, dass diese Produktklasse nicht nur in Bezug auf die Rendite eigentliche verboten gehört, sondern auch aus finanzplanerischer Sicht keinen Sinn macht.

Zum zweiten Teil „Mischfonds – wenn eine Geldanlage weder Fisch noch Vogel ist“ kommen Sie mit diesem Link.

Daniel S. Batt
Dipl. Finanzplaner FA (FH)
Geschäftsführer

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