Georg Fahrenschon und seine wunderbare Welt ohne Schwerkraft

Das Zinstief verunsichere die deutschen Sparer. So sieht es auf jeden Fall der Präsident der Sparkassen Deutschlands Georg Fahrenschon. Zitat aus seinem Interview, welches er der Zeit gegeben hat:

Wer spart, schafft sich Reserven für später. Die aktuelle Geldpolitik bringt die Menschen beim Aufbau ihrer Altersvorsorge um den Zins und Zinseszinseffekt. Das heißt: Um das gleiche Vorsorgeniveau zu erreichen, auf das sie mit einem höheren Zins gekommen wären, müssen sie unter den gegebenen Bedingungen mehr Geld zur Seite legen.
Man mag es ihm nicht übel nehmen, denn Fahrenschon hat die harte Schule der CSU durchlaufen, was soviel bedeutet, als dass er gelernt hat, auf komplexe Probleme einfache Antworten zu präsentieren.

Seine Antwort lautet (Zitat):

Ich bin für eine stärkere staatliche Förderung der vermögenswirksamen Leistungen. Das ist ein einfaches Instrument für Arbeitnehmer, um Geld zur Seite zu legen. Der Staat hat sich darum aber viel zu lange nicht mehr gekümmert.

Angesichts des Umstandes, dass er sich zuvor darüber beklagt hat, dass die tiefen Zinsen die Sparer in riskante Anlagen treiben würden, eine mutige Forderung. Schließlich werden in Deutschland vermögenswirksame Leistungen entweder über Bausparverträge (welche sich einzig und alleine wegen den Zuschüssen „rechnen“) und über Aktiensparpläne abgewickelt. Sehr konsequent, der Herr Fahrenschon.

Der Staat solle seinen Bürgern etwas zurückgeben. Schließlich profitiere er ja auch von den tiefen Zinsen zulasten der Bürger (also der Sparer und Privatanleger).

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Die Tiefzinsphase geht einher mit einer extrem tiefen Inflation. Entsprechend muss der Bürger für das Erreichen seiner Vorsorgeziele nicht mehr zur Seite legen, sondern tendenziell sogar weniger. Das Problem ist nicht die Tiefzinspolitik, sondern die Sozialpolitik, welche dafür sorgt, dass das Versorgungsniveau sinkt. Wegen dieser Absenkung muss der Bürger mehr zur Seite legen.

Weil die Sparquote nicht unendlich nach oben gedrückt werden kann (weil sonst das Überangebot an Kapital die Nachfrage übersteigt, was wiederum zu tieferen Zinsen führt. Ein Vorgang, welcher bei allen an Überalterung leidenden Gesellschaften ein klassisches Problem ist), führt eigentlich kein Weg an dynamischeren Anlagen vorbei. Investieren statt sparen ist deshalb die einzige Möglichkeit, von dem beschriebenen Zinseszinseffekt zu profitieren. Dieser funktioniert nämlich nur, wenn der Zins abzüglich Steuern höher als die Inflation ist. Geht praktisch nie mit Zinsen, sondern lediglich mit Beteiligungen. Und ja: Investieren bedeutet ein höheres Risiko wie Sparen. Lohnt sich trotzdem.

Wie nach Fahrenschon der Bürger entschädigt werden sollte

Tatsächlich müsste die Politik den Bürgern für die Side-Effekts der Tiefzinspolitik etwas zurückgeben. Allerdings keine weiteren unsinnigen Steuer- und Sozialversicherungsvorteile sondern werthaltige Maßnahmen.
Wie wäre es etwa, wenn der Staat das vorhandene Geld dazu nutzen würde, in Bildung und Forschung zu investieren? Eine wettbewerbsfähige Wirtschaft, basierend auf gut ausgebildete Arbeitnehmer und Unternehmer, sichert die Vorsorgesysteme besser und nachhaltiger als jede 08/15 Zuschuss-Idee der Politik und der Bankenlobby.
Oder man nutzt das Geld, um in großem Umfang bezahlbare Wohnungen in den Ballungszentren zu errichten. Schafft Arbeit, gibt dringend benötigten Wohnraum, finanziert sich selber und sorgt dafür, dass ältere Menschen sich trotz sinkendem Alterseinkommen die Miete weiterhin leisten können.

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Nur zwei, von vielen guten Ideen, wie man das Geld in sinnvolle Projekte investieren könnte. Allerdings führt das für Banken und Sparkassen nicht zu dringend benötigten Provisionseinnahmen. Und diese sind der Grund, weshalb die Sparkassen das Wegfallen der Zinserträge laut Fahrenschon gut wegstecken konnten. Ein Schelm, wer angesichts der Forderung nach mehr vermögenswirksamen Leistungen an dieser Stelle Böses denkt …

Das Interview in der Zeitkönnen Sie hier nachlesen.

Daniel S. Batt
dipl. Finanzplaner mit eidg. FA (FH)

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