Diese Prognosen geben wir für 2017

Prognosen zum neuen Jahr – wer‘s glaubt wird selig

Wie jedes Jahr zum Jahreswechsel überhäufen uns sogenannte Experten mit Prognosen zum neuen Jahr und wertvollen Ratschlägen, wie man daraus Profit schlagen kann. Wobei erfahrungsgemäß die einzig verlässliche Prognose lautet, dass niemand in der Lage ist, die Zukunft verlässlich vorauszusagen. Trotzdem hält sich das Ritual – nicht nur in den bunten Blättern, sondern auch in seriösen Publikationen – hartnäckig. Dabei müssten wir es besser wissen: das Weltgeschehen folgt keinen logischen Regeln.

Wirtschaftsmodelle aus dem Labor

Wenn Ökonomen in die Zukunft blicken, bedienen sie sich für Ihre Prognosen sogenannter Modelle. Solche Modelle haben mit der Realität nichts zu tun, denn diese ist viel zu komplex (d.h. zu viele unterschiedliche Faktoren haben Einfluss auf das Gesamtergebnis). Deshalb vereinfachen sie den Versuchsaufbau, indem sie verschiedene Faktoren als „gegeben“ (statisch) definieren und andere als bekannte Mechanismen. Der bekannteste bekannte Faktor in der Wirtschaft ist wahrscheinlich der wirtschaftlich denkende Mensch (Homo oeconomicus). Dieses Wirtschaftssubjekt handelt streng danach, seinen Vorteil zu optimieren und das, damit die Versuchsanordnung nicht zu kompliziert wird, streng wirtschaftlich.

Natürlich wissen wir alle, dass wir unsere Kaufentscheide nicht nur aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus treffen. Ich zum Beispiel, kann den Metzger, welcher sich nur 3 Fußminuten von meinem Zuhause befindet, nicht leiden. Nicht wegen dem Preis, nicht wegen der Qualität, sondern aus abstrakten persönlichen Gründen. Wenn immer ich es vermeiden kann, kaufe ich darum nicht dort ein, obwohl es ökonomisch betrachtet durchaus Sinn macht. Menschen wie mich haben darum in einem ökonomischen Modell keinen Platz. Weil unberechenbar.

Der Homo oeconomicus dankt langsam ab

Leider handeln wir aber alle irgendwie unberechenbar, weshalb der Homo oeconomicus und mit ihm die ökonomische Zunft immer mehr in Verruf kommt. Für die betroffenen Gelehrten ist diese Entwicklung natürlich fatal, denn sie untergräbt die Existenzberechtigung der ökumenischen Regentänzer und damit deren wirtschaftliche Grundlage. Welche Ironie: Nicht einmal das haben die Experten voraussehen können.

Wir müssen uns einfach damit abfinden, dass die Welt nur beschränkt nach einer nachvollziehbaren Logik funktioniert. Zumindest kurzfristig – und ein Jahr ist in diesem Zusammenhang extrem kurzfristig – sind Prognosen im besten Falle einfach nur gute Unterhaltung.

Es gibt wirtschaftliche Naturgesetze – doch die wirken nur über die Zeit

Langfristig und damit meine ich einen Zeitraum vielen Jahren, kann sich eine Wirtschaft der Logik jedoch nicht entziehen. Etwa, dass Wohlstand etwas mit Wertschöpfung zu tun hat. Alleine durch die Ausgabe neuer Banknoten entsteht keine Wertschöpfung. Die von der EZB (und anderen Notenbanken) geförderte Schuldenwirtschaft ohne erkennbare Wertschöpfung hat deshalb kein Fundament, welches auf Dauer ausgelegt ist. Dieses Kartenhaus wird deshalb irgendwann in sich zusammenfallen. Das ist aus ökonomischer Sicht wohl eine Spielart des jüngsten Tages, denn dann wird uns dir Rechnung für die aktuellen Exzesse präsentiert.

Keine Antwort auf die drängendste Frage: Was wird aus den Schulden?

Leider haben unsere Experten keine Antwort darauf, wann die Gesetze der ökonomischen Schwerkraft dafür sorgen werden, dass sich wieder normale Verhältnisse einstellen. Sie wissen nicht einmal, wen dereinst Blitz und Donner treffen werden, wer der Auslöser der Korrektur ist und wer am Ende die Rechnung bezahlen muss. Nun ja, diesbezüglich haben wir natürlich eine vage Ahnung: es fängt wohl mit Steuerzahler an und hört mit Rentnern und Sparern auf.

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Meine Tipps für 2017

Aber das ist wie gesagt etwas, was kommen, aber nicht seriös prognostizierbar ist. Also lassen wir die Prognose und beschränken uns einzig und alleine auf die Ratschläge:

  • Bleiben Sie 2017 wachsam und flexibel. Die Korrektur kann jederzeit kommen und Sie müssen in der Lage sein rasch und situationsbezogen zu reagieren. Es ist also nicht sinnvoll sein Geld für 10 Jahre zu festen Konditionen zu binden…
  • Suchen Sie Rendite. Ab 2017 werden Sie auf Ihrem Sparvermögen definitiv Geld verlieren: Die Inflation zieht an. Zwar nur moderat, aber deutlich über den Sparzinsen.
  • Nochmals Rendite: Sie verdauen mögliche Verluste in der Zukunft besser, wenn Sie heute mit Rendite dafür sorgen, dass Ihr Sparvermögen einen Puffer aufbaut. Mit Bankkonten ist das definitiv nicht möglich.
  • Seien Sie vorsichtig mit schuldenfinanziertem Wohneigentum. Wenn es knallt, dürften nicht nur die Preise für Sachwerte in die Tiefe rauschen, sondern auch der eine oder andere Job wegfallen. In dieser Situation daran zu glauben, dass eine Festhypothek unveränderbar ist, kann ich nur als Träumerei bezeichnen. Wenn die Vertragsgrundlage (Sicherheit) wegfällt, sind solche Verträge nicht automatisch in Stein gemeißelt.

Einmal mehr weise ich in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es keine absolute Sicherheit mehr gibt. Wenn Sie also auf „sichere“ Anlagen bauen, werden Sie gleich doppelt bestraft. Zum einen mit einem steten realen Wertverlust auf Ihrem Vermögen und zum andern mit einer Enttäuschung, weil die Sicherheit am Ende vielleicht doch nicht ganz so sicher war. Es ist deshalb zu vermuten, dass es sich auch 2017 lohnt ein kalkuliertes Risiko bei der Vermögensverwaltung einzugehen.

Daniel S. Batt
Dipl. Finanzplaner mit eidg. FA (FH)
Geschäftsführer

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